Buchdruck

altes Handwerk

Kommentare 4
Allgemein

Unsere Weihnachtskarte kommt dieses Jahr ein bisschen anders daher. Das Papier ist sehr dick und besteht aus Baumwolle. Keine moderne Kopiermaschine in meiner Macht zieht solches Papier ein. Das ist aber auch nicht nötig; gedruckt haben wir auf einer 100jährigen Buchdruckmaschine mit Muskelkraft.

Unser lieber Kollege Alex kauft und restauriert seit einiger Zeit alte Druckmaschinen. Mit viel Geduld und stundenlangem Einsatz erweckt er sie wieder zum Leben. Meine Faszination für diese alte Technik des Druckens war von Beginn an gross. Als ich dann von Alex das Angebot bekam, als Testperson den ersten Druckkurs bei ihm zu besuchen, war ich hellauf begeistert.

Mein Grossvater war Buchdrucker und hatte eine Druckerei. Ich erinnere mich noch gut an das Geklapper der alten, grossen Druckmaschinen. Faszinierenderweise war mir der Geruch nach Druckfarbe so bekannt, als ob ich erst gestern als 7jährige in der Druckerei gestanden hätte.

Das Drucken an und für sich ist relativ einfach, wenn alles perfekt eingerichtet ist: Bogen rein, Walze über das Klischee ziehen, anpressen, Bogen raus. Bis jedoch die Maschine bereit ist, dauert es einige Zeit. Dass Alex wirklich weiss wovon er spricht, kommt spätestens dann zum Vorschein, wenn Probleme auftreten: Die Farbe besitzt zu wenig Leuchtkraft, das Klischee ist links stärker eingeprägt als rechts, es entstehen Farbspritzer auf dem Papier, unten links braucht’s zur Unterstützung noch ein Stück Seidenpapier… Ohne seine professionelle Hilfe wäre das nix geworden icon wink altes Handwerk

Tipp: Wenn du einige Tropfen Duftöl oder einen Spritzer deines Lieblingsparfüms auf die Kartenrückseite gibst, hast du eine wunderbare Duftkarte.

Sollte dieser Beitrag in dir ebenfalls die Lust aufs Drucken geweckt haben, dann erkundige dich direkt bei Alex Arnold (info@yoga-schwyz.ch).

… und noch was: Die feinen Chräbeli in der Adventspost sind nicht von mir. Eine liebe Jodelkollegin ist begeisterte Weihnachtsguetzli-Bäckerin. Herzlichen Dank Hildi!

Buchdruck Druckmaschine 225x300 altes HandwerkBuchdruck Jungs 225x300 altes HandwerkBuchdruck Cliche 225x300 altes HandwerkBuchdruck Tobi 225x300 altes Handwerk

4 Kommentare

  1. Liebe Brigitte
    Herzliche Gratulation! Dein Bericht über den Buchdruck mit Dir und Alex ist super gelungen, sooo schön :-)
    Liebe Grüsse
    Lucia

  2. Verena Regli

    Liebe Brigitte,
    weisst Du, wie oft wir als Kinder einen solchen (Heidelberger)-Tigel bedienen und überwachen mussten oder durften? Weiss Du, wie oft Dein Grossvater Seidenpapier unterlegt hat, um die Handätzungen von Hanni Zemp zu dessen Zufriedenheit drucken zu können?
    Nostalgie pur, und ein wenig Wehmut, dass nun keine Druckmaschine mehr in unserer Wekstatt steht. Aber seine Leidenschaft für qualitativ wervolle Drucksachen schein vererbt zu sein. Gratuliere!
    Dein Gotti Vrendly

  3. Haider Elisabeth

    Liebe Brigitte,
    Deine Arbeit, die gute Beschreibung, der Kommentar meiner Schwester und das Foto von Dominik und Tobias wie sie den Hebel runterdrücken, hat mich zu Tränen gerührt.
    Mit einem solchen „Handtiegel“ hat unser Vater in den 30er Jahren mit Drucken begonnen. Damals war auch für einen bestausgewiesenen Handwerker keine Arbeit zu finden. Sein erster Auftrag: Flaschen-Etiketten für die gegenüber liegende Schnapsbrennerei. Also Papier einzeln einspannen, Walze . . . usw.
    Als ich dann zur Welt kam, war die Zylinderpresse schon Nostalgie.
    Bin so stolz auf Dich
    Mami

  4. Franz Bucher

    Guten Tag Brigitte,
    Als ehemaliger Buchdruckerlehrling in der Calendaria arbeitete ich auch an einem Handtiegel. Der hatte ein Gelatine-Walzen-Farbwerk und ein Motor (Presto-Tiegel). Die von Alex verwendete Maschine hat ein Teller-Farbwerk. Solche gibt es auch im Kleinformat, z.B. in Apotheken für Flaschenetiketten. Die haben ein Handhebel zum Drucken. Schön, dass sie dieses Handwerk für ihre Arbeiten entdeckt haben. Ich gebe ihnen dazu mein Gut zum Druck! Liebe Grüsse Franz

Hinterlasse eine Antwort